Es geschehen noch Zeichen und Wunder

So zumindest kommt es einem manchmal vor. Für den Anwender könnte eines diese Wunder sein, dass es nach vier Jahren endlich eine neue, überarbeitete Auflage des KOMA-Script-Buches geben wird. Dass es dieses Mal so lange gedauert hat, hat zwei Ursachen. An erster Stelle richtet sich eine Neuauflage nach der Nachfrage. Bis zur vierten Auflage war die Nachfrage nach einem gedruckten Buch sehr hoch. Die dritte Auflage war sogar so stark nachgefragt, dass es davon inhaltlich unveränderte Nachdrucke gegeben hat. Bei der fünften Auflage war die Nachfrage dagegen von Anfang an eher moderat. Die Verkaufszahlen blieben zwar über die vier Jahre recht stabil aber insgesamt stellte sich mir doch die Frage, ob sich die ganze Arbeit für eine sechste Auflage überhaupt lohnt. Scheinbar hat diese sechste Auflage nur 88 Seiten mehr. Tatsächlich kam aber so viel neues hinzu, dass ich mich gezwungen sah, einige weniger wichtige Kapitel aus dem Anhang zu entfernen und auch sonst moderat zu kürzen. Ohne das wären es mehr als 100 Seiten mehr geworden. Erfreulicher Weise konnte der Verlag den Preis so halten.

The never ending story …

Wieder einmal eine neue KOMA-Script-Release und wieder einmal dasselbe Theater, wie es in unregelmäßigen Abständen auftritt, wenn ich eine neue Release für eines meiner LaTeX-Pakete erstelle. Da dies auch in die Frage hineinspielt, warum es tatsächlich bis zu dieser KOMA-Script-Release so lange gedauert hat und warum es beispielsweise das titlepage-Paket nur hier auf komascript.de nicht aber bei anderen Distributoren gibt,1 wäre es unehrlich, das ganze einfach unter den Teppich zu kehren.

Warum gibt es eigentlich seit einem Jahr kein neues KOMA-Script?

Das ist eine gute Frage und es gibt darauf nur eine recht schlechte Antwort: Weil ich selbst keinen Bedarf dafür habe.

Tatsache ist, dass ich zwar seit Jahrzehnten vom Bauplan bis zum Roman alles mit LaTeX erstelle und dabei fast immer KOMA-Script zum Einsatz kommt. Seit Jahren kann KOMA-Script allerdings alles, was ich benötige. Außerdem nimmt die Anzahl der Dokumente, die ich erstelle, stetig ab, bzw. erstelle ich die immer gleiche Art von Dokumenten lediglich mit anderem Inhalt. Das führt dazu, dass ich selbst neue Features in KOMA-Script nicht mehr hinreichend gut im täglichen Gebrauch testen kann. Selbst, wenn ich für alle meine Dokumente die aktuelle Beta-Version von KOMA-Script verwende, werde ich daher neue Fehler kaum finden.

Verwirrung um KOMA-Script 3.02a

[…]

Dann war da noch die Verwirrung mit KOMA-Script 3.02a oder doch 3.02b oder wie jetzt? Durch einen dummen Fehler wurde die Versionsnummer kurz vor der Release noch einmal um einen Buchstaben hochgezählt. Im erstellten Archiv gab es also tatsächlich Version 3.02b, während auf BerliOS im Dateibereich 3.02a zu lesen war. Nach einigem hin und her, habe ich dann herausgefunden, dass man auf BerliOS eigentlich ganz einfach den Release-Namen ändern kann. Also gibt es nun offiziell keine 3.02a mehr, sondern es gab immer nur eine 3.02b, die aber auf BerliOS für ca. einen Tag versehentlich mit 3.02a bezeichnet war.