Ein möglicher Abschied auf Raten

Für mich steht außer Frage, dass tiefgreifende Veränderungen stattfinden und weiter anstehen. Deshalb will ich heute einen kleinen Rückblick auf fast 30 Jahre KOMA-Script und mehr als 30 Jahre LaTeX-Engagement werfen. Aus der angerissenen Geschichte leiten sich Konsequenzen ab, die teils längst erkennbar sind. Weitere Veränderungen sind notwendig und sollen nicht verheimlicht werden, ohne dass irgend jemand heute konkret sagen könnte, was die Zukunft tatsächlich bringen wird. Den Kopf in den Sand zu stecken, wird aber nicht mehr funktionieren.

Lass Dich nicht von einem Hobby stressen!

Gestern habe ich mich mit einem Menschen unterhalten, den ich kaum kenne. Es begann mit der harmlosen Fragen, wie es so bei mir läuft. Wir kamen dann recht schnell zu dem Punkt, was meine Stressfaktoren sind. Nach etwas Nachdenken kam ich darauf, dass eines meiner Hobbys ein ganz entscheidender Stressfaktor ist. Die gute Frage war dann, wie das komme. Zunächst habe ich über diese Frage genau so nachgedacht, wie sie gestellt war. Was stresst mich an meinem Hobby? Wie kommt es, dass ich ausgerechnet das Hobby als einen maßgeblichen Stressfaktor betrachte? Ich könnte jetzt hier natürlich all die Faktoren aufzählen, die dazu führen. Als ich damit gestern begonnen habe, ist mir aufgefallen, dass ich mein Hobby zunehmend verteidigt habe. Das hat mir auch ein gewisses Lächeln eingebracht. Ich habe das so interpretiert, dass ich die übliche Antwort geben wollte und genau genommen mit dieser Antwort total auf dem Holzweg bin.

Bin ich verrückt?

Vor einigen Minuten hat mich eine Mail erreicht, in der mich ein Bekannter und bekennender KOMA-Script-Anwender rundheraus gefragt hat, ob ich verrückt sei. Tja, gute Frage.

Hintergrund war, dass ich demjenigen erzählt habe, was ich so alles an freiwilligen Tätigkeiten ausübe angefangen von meinem kirchlichen Engagement über diverse »Hey, kannst Du am Samstag auf unsere beiden Jüngsten aufpassen?« – »Klar, warum nicht!« über meinen OpenSource-Engagement bis hin zu: »Die Vorlage von https://bitsundbytesiminternetsindgeduldig.invalid ist sooo an dem vorbei, wie man das mit KOMA-Script machen sollte, da muss ich unbedingt einen Tag investieren, um dem armen Anwender, der darauf reingefallen ist, mal zu zeigen, wie es richtig geht.« Wann habe ich das letzte Mal ein Buch gelesen? Kaum zu glauben vor zwei Wochen!

Aus dem Leben eines Entwicklers

Ich entwickle nun schon seit 30 Jahren in meiner Freizeit Software. Es gab Höhen und Tiefen, viel Freude und viel Frust. Ein wenig davon möchte ich heute berichten.

Von Anfang an war ich bei meinen Freizeitenwicklungen ein Anhänger der Idee, diese Software auch anderen zur Verfügung zu stellen. Als Schüler kam meine Motivation dazu daher, dass ich selbst zu denen gehörte, die sich zwar einen Computer leisten konnten, deren Geld aber nicht auch noch für teure Software reichte. Also war ich sehr froh und dankbar, wenn andere ihre Arbeit kostenlos zur Verfügung stellten und machte es konsequenter Weise genauso. Da ich dann in gewissen Kreisen irgendwann als einer von denen galt, die man fragen kann, wenn man selbst verstehen will, wie man etwas macht, wurde ich irgendwann auch ein Anhänger von OpenSource. Es ist einfacher zu sagen: Schau Dir an, wie ich das gemacht habe, als es mehrfach lang und breit zu erklären.