Der neue Blog ist online

Seit gestern ist der neue Blog hier auf „KOMA-Script and Friends“ online. Angestoßen wurde das dadurch, dass ich beim Aufräumen im alten Blog auf einen interessanten Beitrag gestoßen bin und eine neue Heimat für ihn gesucht habe. Die Lösung war: Den Blog-Bereich von hugo-book in Betrieb zu nehmen.

In einem ersten Impuls habe ich mich dann dazu hinreißen lassen, nahezu alle alten Blog-Beiträge aus dem „KOMA-Script Documentation Project“ für den neuen Blog zu konvertieren. Das macht allerdings nicht nur Arbeit, sondern ist tatsächlich gar nicht sinnvoll. Zwar mag es für mich ganz interessant sein, was in den letzten 18 Jahren so alles passiert ist – die frühesten Beiträge im Blog waren von Anfang 2008 als Drupal 6 installiert wurde –, aber für andere sind die „Olle Kamellen“ eine eher zähe Lektüre. Also habe ich heute damit begonnen, das nochmal umzuorganisieren und mich auf einige wenige, entweder besonders interessante oder repräsentative alte Beiträge zu konzentrieren.

Das neue Jahr bringt nicht nur Vorsätze

Wer auf komascript.de aufmerksam mitliest, weiß schon länger, dass einige Entscheidungen anstanden und teilweise noch anstehen. Diese sollen dringend notwendige Veränderungen für mich mit sich bringen, haben aber natürlich auch Auswirkungen auf die Anwender. Mit dem neuen Jahr – oder eigentlich bereits kurz vor Weihnachten – sind die meisten dieser Entscheidungen gereift.

Seit mehr als 25 Jahren entwickle und pflege ich KOMA-Script quasi als One-Man-Show. So ganz stimmt das natürlich nicht, denn schon sehr früh bekam ich erste Unterstützung. Damals übernahm Luzia den Upload von KOMA-Script auf den CTAN-Server, weil es für mich extrem umständlich war, per Modem und VT220-Terminal-Zugang zur Uni das damals schon nicht kleine Paket zuerst auf meinen Benutzeraccount an der Uni zu übertragen und dann per ftp auf den CTAN-Server. Axel/Harald schrieb die erste vollständige Anleitung zu KOMA-Script. Der andere Axel steuerte die erste Briefklasse bei. Jahre später investierte Jens-Uwe sehr viel Zeit, die Überarbeitung der Anleitung und die Veröffentlichung als Buch zu betreuen und auch einige Kapitel der neuen Anleitung beizusteuern. Torsten wurde in dieser Zeit unverzichtbar als Ratgeber bei der Entwicklung einer komplett neuen Briefklasse aber auch bei der fortgesetzten Korrektur der Anleitung. Wenige Jahre später wurde Elke für die Weiterentwicklung des Pakets und die Korrektur der Anleitung und der Buchfassung aber auch für den Support im Allgemeinen unverzichtbar. Falk wiederum findet seit Jahren die Fehler, die so tief in KOMA-Script vergraben sind, dass ihre Beseitigung mir immer wieder erhebliche Kopfschmerzen bereitet. Dasselbe gilt für die vielen Anregungen und Erweiterungen, die auf ihn zurück gehen. Uwe hat seit der Jubiläumstagung von DANTE in Heidelberg die Verwaltung der CTAN-Uploads übernommen. Nach Elke, die die komplette Familie dafür eingespannt hat, haben zunächst unter anderem Gernot, dann Krickette und schließlich Karl sich der Übersetzung der KOMA-Script-Anleitung angenommen und diese massiv überarbeitet. Viele weitere stießen im Laufe der Jahrzehnte zum inoffiziellen Team, manche sind wieder in der Versenkung verschwunden. Ohne die ganzen Mitstreiter wäre die Arbeit aber auch der immer wieder entstehende Frust nicht zu bewältigen gewesen. Eine wichtige Rolle haben dabei natürlich auch diejenigen gespielt, die mich auf unterschiedliche Weise aufgemuntert und ermutigt haben. Eine zentrale Rolle spielte auch meine Familie, die mir überhaupt ermöglicht haben, Jahre in die Entwicklung und Pflege dieses Monsters zu stecken.

Es geschehen noch Zeichen und Wunder

So zumindest kommt es einem manchmal vor. Für den Anwender könnte eines diese Wunder sein, dass es nach vier Jahren endlich eine neue, überarbeitete Auflage des KOMA-Script-Buches geben wird. Dass es dieses Mal so lange gedauert hat, hat zwei Ursachen. An erster Stelle richtet sich eine Neuauflage nach der Nachfrage. Bis zur vierten Auflage war die Nachfrage nach einem gedruckten Buch sehr hoch. Die dritte Auflage war sogar so stark nachgefragt, dass es davon inhaltlich unveränderte Nachdrucke gegeben hat. Bei der fünften Auflage war die Nachfrage dagegen von Anfang an eher moderat. Die Verkaufszahlen blieben zwar über die vier Jahre recht stabil aber insgesamt stellte sich mir doch die Frage, ob sich die ganze Arbeit für eine sechste Auflage überhaupt lohnt. Scheinbar hat diese sechste Auflage nur 88 Seiten mehr. Tatsächlich kam aber so viel neues hinzu, dass ich mich gezwungen sah, einige weniger wichtige Kapitel aus dem Anhang zu entfernen und auch sonst moderat zu kürzen. Ohne das wären es mehr als 100 Seiten mehr geworden. Erfreulicher Weise konnte der Verlag den Preis so halten.

Das Buch lebt!

Das Alter bringt es mit sich, dass man ab und an den Blick in die Vergangenheit schweifen lässt. Die einen verharren dabei in nostalgischer Betrachtung. Andere nutzen den Blick über einen Zeitraum von vielleicht einem halben Jahrhundert, um daraus visionäre Spiegelungen für die Zukunft zu projizieren. Gerne würde ich mich selbst zu letzteren Visionären zählen, obwohl ich in der Rückschau auch gerne den Standpunkt dessen einnehme, der im Nachhinein mal wieder schlauer ist. Da ich vorzugsweise die Dinge reflektiere, bei denen meine eigenen Visionen aus jungen Jahren trotz damals vollkommenen Fehlens jeglicher erfahrenen Rückbetrachtung zutreffend waren, könnte man auch annehmen, dass ich schon immer schlauer war.

Weihnacht!

In diesem Jahr wird es (wieder einmal) keine Weihnachtsrelease von KOMA-Script geben. Zwar befindet sich Version 3.22 sogar in einem Zustand, der eine Release ermöglichen würde, aber mir waren in diesem Jahr andere Dinge wichtiger. Wie so oft wollte keine rechte Weihnachtsstimmung aufkommen. Das Wetter war sowohl in meteorologischer als auch politischer Sicht eher deprimierend als weihnachtlich. Wie heißt es doch im Schweinachtsmann: »Wenn alles hetzt und rennt, ist garantiert Advent!« oder so ähnlich.

Lass Dich nicht von einem Hobby stressen!

Gestern habe ich mich mit einem Menschen unterhalten, den ich kaum kenne. Es begann mit der harmlosen Fragen, wie es so bei mir läuft. Wir kamen dann recht schnell zu dem Punkt, was meine Stressfaktoren sind. Nach etwas Nachdenken kam ich darauf, dass eines meiner Hobbys ein ganz entscheidender Stressfaktor ist. Die gute Frage war dann, wie das komme. Zunächst habe ich über diese Frage genau so nachgedacht, wie sie gestellt war. Was stresst mich an meinem Hobby? Wie kommt es, dass ich ausgerechnet das Hobby als einen maßgeblichen Stressfaktor betrachte? Ich könnte jetzt hier natürlich all die Faktoren aufzählen, die dazu führen. Als ich damit gestern begonnen habe, ist mir aufgefallen, dass ich mein Hobby zunehmend verteidigt habe. Das hat mir auch ein gewisses Lächeln eingebracht. Ich habe das so interpretiert, dass ich die übliche Antwort geben wollte und genau genommen mit dieser Antwort total auf dem Holzweg bin.

Auch Zwerge machen manchmal große Schritte

Und manchmal kann man von außen nur schwer erkennen, wie groß diese Schritte tatsächlich sind. Letzteres betrifft aus meiner begrenzten Zwergensicht beispielsweise den LaTeX-Kern. Der wurde in den letzten Wochen massiv an Änderungen bei lualatex angepasst. Diese Änderungen bemerkt der LaTeX-Anwender im Idealfall gar nicht. Anwender von lualatex würden hingegen sehr stark bemerken, wenn es diese Änderungen nicht geben würde, sie aber trotzdem beispielsweise lualatex aus dem kommenden TeX Live 2016 verwenden würden.

Geht doch

Wie ich entdeckt habe, gibt es zwar keinen direkten Zugriff auf die alten Repositories mehr, aber man kann indirekt über das Web-Frontend noch darauf zugreifen. Da das noch ein altes CVS-Repository war, gibt es keine globale Revisionen, sondern jede Datei hat ihre eigene Historie und ihre eigene von den anderen Dateien unabhängige Revisionsnummern. Also musste ich nicht nur ein Skript schreiben, das mir über das Web-Frontend die Dateien holt, um die Historie (allerdings ohne jeweiliges Datum) zu übertragen, musste ich auch noch die Dateien in der jeweiligen Revision in der richtigen Reihenfolge holen, um sie in ein neues subversion-Repository zu schreiben. Dazu mussten dann die Änderungen, die ich in letzter Zeit über ein neues, lokales Repository vorgenommen hatte, ebenfalls übertragen werden. Das ging aber Dank globaler Revisionsnummern dann schnell. Jetzt habe ich also ein neues (nicht öffentliches) Repository mit der gesamten Historie.

Ein ganz normaler Waschtag

Aufgrund verschiedener Umstände stapelte sich Anfang der Woche hier die Wäsche. Da ich aufgrund beschränkter Leinenkapazität nur eine bestimmte Menge an Wäsche gleichzeitig zum Trocknen aufhängen kann, ziehen sich die Waschtage über die ganze Woche hin. Ein Teil der Wäsche kann auch in den Trockner. Die Wäsche braucht auch unterschiedlich lang und zwischendurch gibt es immer Zeiten an denen ich weder Zeit zum Aufhängen noch zum Umräumen in den Trockner und Neubeladen der Waschmaschine habe. Auch brauchen Waschmaschine und Trockner teilweise unterschiedlich lang. Deshalb will das Ganze gut geplant sein.

Frohe Weihnachten

Ich wünsche allen da draußen – egal ob sie mir persönlich bekannt sind, ob sie KOMA-Script verwenden, ob sie LaTeX-Anwender sind, ob sie friedlicher Gesinnung sind oder nicht – fröhliche und friedliche Weihnachten. Ich wünsche allen – seien sie Christen oder nicht, seien sie Theisten, Atheisten, Agnostiker, Esoteriker, Naturalisten oder was auch immer – die Zeit und Muse, sich dieser Tage Gedanken über die Botschaft des Weihnachtsfestes zu machen. Diese Botschaft ist Teil meines Selbstverständnisses und ermutigt mich so manches Mal, wenn alle Zeichen auf Sturm stehen, weiter zu machen und auch gegen meinen eigenen inneren Widerstand eine helfende Hand ausgestreckt zu lassen. Leider vergesse auch ich das in der Hektik und über manchem Streit von Zeit zu Zeit. So will auch ich diese Gelegenheit nützen und mir in den kommenden Tagen Zeit für Reflektion und Besinnung nehmen. Gleichzeitig bitte ich all jene um Entschuldigung, die sich im vergangenen Jahr von mir ungerecht behandelt oder gar beleidigt fühlten.