Bühne frei für die Mitstreiter

In einigen Supportanfragen aber auch im einen oder anderen Beitrag im Internet klingen ja immer wieder die absonderlichsten Spekulationen über das Team hinter KOMA-Script an. Tatsächlich gibt es kein offizielles Team. Es gibt wechselnde Helfer, die mich bei der Entwicklung, der Logistik und was noch so anfällt unterstützen. Vorhang auf für ein paar der Leute, die in den letzten Monaten und Wochen beteiligt waren:

Praktisch dauerhafte Unterstützung gibt es von Raymond, der den Server betreibt. Dazu habe ich früher schon einiges geschrieben. Ohne seine Arbeit könnte es nicht nur diesen Web-Auftritt nicht geben. Auf dem Server läuft auch die Paketerzeugung einschließlich des Uploads auf SourceForge. Dabei macht sich ganz besonders die schnelle Anbindung des Servers ans Internet bemerkbar. Ohne den Server gäbe es also auch nicht die regelmäßigen Bugfix-Releases, die sich in den letzten Monaten weit mehr bewährt haben, als aus den absoluten Zahlen der entsprechenden Umfrage hervor geht.

Ein gutes vergangenes Jahr und ein guter Start ins neue Jahr

Silvester ist für die viele Leute ja ein Anlass für Vorsätze, für die sie sich ab Neujahr dann die größte Mühe geben, sie wieder zu vergessen. Für mich ist die Zeit vom 4. Advent bis Silvester inzwischen eher eine Gelegenheit das vergangene Jahr ein wenig zu reflektieren. Vorsätze für das neue Jahr treffe ich hingegen eher keine mehr. Selbst die Frage, was ich mir vom kommenden Jahr erwarte, verkneife ich mir. Stattdessen habe ich täglich den Vorsatz, den Tag so zu nehmen, wie er kommt. Mal bin ich damit erfolgreich mal weniger.

Gratulation an CTAN

Heute Nacht habe ich mal wieder eine verständliche aber in meinen Augen wenig durchdachte Kritik an [CTAN(https://www.ctan.org) gelesen, die glücklicherweise inzwischen gelöscht wurde. Das hat mich aber daran erinnert, dass ich noch unbedingt etwas tun wollte:

Herzlichen Glückwunsch zum DANTE-Ehrenpreis 2014 an das ganze CTAN-Team!

Ihr habt das mehr als verdient.

Ich darf verraten, dass auch ich ein CTAN-Mitglied für den Preis vorgeschlagen hatte. Die Idee CTAN insgesamt mit dem Preis zu beglücken ist natürlich noch weit besser!

Reflexionen zu DANTE 2014

Seit Jahren nehme ich jede Entschuldigung wahr, um mich vor DANTE-Tagungen zu drücken. Meine letzte Tagung war vor sage und schreibe 10 Jahren in Darmstadt. Damals war ich allerdings nur einen Tag anwesend. Dieses Mal war ich pünktlich um 8:45 Uhr bei der Registrierung.

Nach dem Abstellen meines Drahtesels kurz nach 8:30 Uhr stürzte ich mich erst einmal auf ein Glas Wasser. Das tolle Wetter hat mich nämlich dazu verleitet, schneller als beabsichtigt und nur unterbrochen von einmal Schnäuzen und dem Öffnen der Jacke zu fahren. Während ich das Glas leerte versuchte ich schon einmal etwas zaghaft die Namensschilder der anderen zu lesen, was nicht immer ganz einfach war. Aber ich war nun einmal gespannt, wer von den vielen Namen hier endlich ein Gesicht bekommen könnte. Aber zunächst war ich ziemlich erfolglos.

Es geht auch noch härter

[als damals beim Ende von BerlIOS]

Wie ich gerade feststellen durfte, hat Sarovar.org, der langjährige Hoster von splitindex, am 26. Dezember ebenfalls die Pforten geschlossen. Allerdings habe ich von dem keine Vorwarnung bekommen. Die gab es wohl im Sarovar-Forum, das ich nie verfolgt habe. Bemerkt habe ich das erst jetzt, als ich eine neue Version einchecken wollte. Damit geht die gesamte Historie des Pakets verloren. Nun, es gibt sicher schlimmeres, aber ein wenig ärgerlich ist es doch. Außerdem muss ich nun auch noch für dieses Paket irgendwo ein neues Projekt aufsetzen …

Nacht- und Nebelaktion

Da es unmöglich war, mit einem sinnvollen zeitlichen Aufwand, alle notwendigen Information zur automatischen Migration nach SourceForge von den Verantwortlichen bei BerliOS zu bekommen, habe ich heute Vormittag in einer Nach-und-Nebel-Aktion die Quellen von KOMA-Script selbst nach SourceForge migriert.

Für diejenigen unter Euch, die mit dem Repository arbeiten, bedeutet das, dass sie ebenfalls zum SourceForge Repository von KOMA-Script wechseln müssen.

Mich selbst wirft das in einigen wenigen Punkten etwas zurück, weil ich beispielsweise die weitgehend automatisierte Erstellung neuer Pakete und Releases noch auf dieses Repository umstellen muss. Allerdings war mir die Gefahr, dass der Umzug dann schief geht, wenn ich nur noch Stunden dafür habe, einfach zu groß.

Ende mit Chance zum Neuanfang – BerliOS schließt die Entwicklerplattform endgültig

Seit mehr als einem Jahrzehnt ist KOMA-Script als Projekt bei BerliOS beheimatet. Entstanden ist die Partnerschaft, als ich für KOMA-Script 3 eine Heimat für ein öffentliches Source-Repository gesucht habe. Damals gab es mit LPPL als Lizenz bei diversen der bekannteren, kostenlosen OpenSource Hoster noch einige Probleme. BerliOS erkannte aber bereits damals LPPL als freie Lizenz an. Außerdem fand ich den Gedanken, meine Quellen nicht jedes Mal über sämtliche Kontinente zu schicken, vernünftig. Beides zusammen war der Hauptgrund, warum ich mich damals zu einem Projekt koma-script3 auf BerliOS entschieden habe.

The never ending story …

Wieder einmal eine neue KOMA-Script-Release und wieder einmal dasselbe Theater, wie es in unregelmäßigen Abständen auftritt, wenn ich eine neue Release für eines meiner LaTeX-Pakete erstelle. Da dies auch in die Frage hineinspielt, warum es tatsächlich bis zu dieser KOMA-Script-Release so lange gedauert hat und warum es beispielsweise das titlepage-Paket nur hier auf komascript.de nicht aber bei anderen Distributoren gibt,1 wäre es unehrlich, das ganze einfach unter den Teppich zu kehren.

Bin ich verrückt?

Vor einigen Minuten hat mich eine Mail erreicht, in der mich ein Bekannter und bekennender KOMA-Script-Anwender rundheraus gefragt hat, ob ich verrückt sei. Tja, gute Frage.

Hintergrund war, dass ich demjenigen erzählt habe, was ich so alles an freiwilligen Tätigkeiten ausübe angefangen von meinem kirchlichen Engagement über diverse »Hey, kannst Du am Samstag auf unsere beiden Jüngsten aufpassen?« – »Klar, warum nicht!« über meinen OpenSource-Engagement bis hin zu: »Die Vorlage von https://bitsundbytesiminternetsindgeduldig.invalid ist sooo an dem vorbei, wie man das mit KOMA-Script machen sollte, da muss ich unbedingt einen Tag investieren, um dem armen Anwender, der darauf reingefallen ist, mal zu zeigen, wie es richtig geht.« Wann habe ich das letzte Mal ein Buch gelesen? Kaum zu glauben vor zwei Wochen!

Zeitenwandel

Nächstes Jahr sind es 30 Jahren, dass ich Software schreibe und weiter gebe. Damals war OpenSource nicht so wichtig wie kostenlos. Frei haben wir das trotzdem genannt oder Public Domain. Heute ist OpenSource wichtiger als kostenlos und viele verwechseln beides nur deshalb wieder, weil sie OpenSource-Software in der Regel auch kostenlos bekommen.

Früher gingen wir mit einer Kassette zu einem Kumpel und haben uns zwanzig Mal bedankt, wenn wir nach einer Stunde endlich eine fehlerfreie Kopie und eine Kurzeinführung in die wichtigsten Funktionen hatten. Heute laden sich die Leute in 10 Sekunden die Software samt 396 Seiten Handbuch (die zusätzlichen Anleitungen für tocstyle, scrjura etc. nicht mitgerechnet) von irgendwelchen Servern herunter und beschweren sich, wenn man sie nicht auf Händen dafür trägt, dass sie etwas in der Anleitung nicht gefunden haben.