In Zeiten, in denen Bundespräsidenten in drei Wahlgängen gewählt werden, fragt
sich so mancher, wie das eigentlich früher war, ob das besser war, ob das
schlechter war. Also will ich heute ein ganz klein wenig erzählen, wie das mit
dem Support für KOMA-Script früher war …
Angefangen habe ich mich KOMA-Script ja bekanntlich zu einer Zeit, als
LaTeX 2ɛ erst als Beta verfügbar war und man »Internet« noch als
“dazwischen nett« verstanden hat, wenn man nicht gerade interessierter Student
einer Technischen Universität war. Damals dauerte es vom Absenden einer
Anfrage per E-Mail, bis zum Empfang der E-Mail noch bis zu 24 Stunden. Die
Antwort dauerte dann noch einmal genauso lange, wobei ein LaTeX-Lauf statt
einige Sekunden auch schon einmal mehrere Minuten dauerte. Also alles eher
beschaulich. Was heute eher kurios anmutet, dürfte die Tatsache sein, dass ich
zwischen 1994 und 1996 tatsächlich noch einige Anfragen per gelber Post
bekommen habe. Da haben Leute sich tatsächlich die Mühe gemacht, mir einen
Brief zu schreiben. Wenn es um Feature-Wünsche oder Bugs ging und kein
Rückumschlag beigelegt war, bestand meine Antwort teilweise einfach darin,
dass ich das Problem beseitigt, und eine neue Version veröffentlich habe. Das
ging in der ersten Zeit übrigens per Diskette an Luzia, die im Gegensatz zu
mir damals noch nicht in festen Händen war. Teilweise gingen Disketten auch
direkt an Leute, die mir welche mit Rückumschlag geschickt hatten.