BerliOS macht dicht!

Zu befürchten war es bereits nach einem Rundschreiben, in dem gefragt wurde, wie man BerliOS nutzt und was man selbst bereits wäre, für den Service zu leisten. Jetzt ist es amtlich: BerliOS schließt zum 31. Dezember die Pforten.

Für KOMA-Script hat das durchaus erhebliche Konsequenzen. Nicht allein, dass das Repository von KOMA-Script seit vielen Jahren bei BerliOS angesiedelt ist und es natürlich Arbeit macht, das zu einem anderen Hoster zu übertragen. Diverse Scripte von der ChangeLog-Erstellung bis zur halbautomatischen Release-Erzeugung basieren ganz wesentlich auf der Arbeitsweise mit BerliOS. Das alles um zu stellen wird eine Menge Arbeit werden.

Nichts im Leben ist umsonst

Obwohl eine alte Weisheit sagt, dass nichts im Leben umsonst ist, gibt es im Internet scheinbar unzählige Dinge umsonst. Dazu gehören auch diverse Foren wie komascript.de. Tatsächlich kosten all diese Dinge irgend jemanden immer irgend etwas. In vielen Fällen werden Web-Auftritte über Werbung finanziert. In einigen Fällen hat sich auch schon erwiesen, dass kommerzielle Anbieter der Datensammelwut verfallen sind und diese Daten gewinnbringend nutzen.

Über die Datensammler braucht man eigentlich nicht viel zu sagen. Ich betrachte das als keine seriöse Möglichkeiten, den Betrieb zu finanzieren oder gar Gewinn damit zu machen. Die »KOMA-Script Documentation Project«-Betreiber sehen das genauso. Alle Daten, die das System zum Zwecke des Betriebs erhebt oder ermittelt und speichern muss, bleiben da wo sie hingehören: im System bzw. im Backup.

Frohe Weihnachten!

In diesem Jahr will ich nicht nur allen KOMA-Script-Anwendern frohe Weihnachten wünschen, sondern habe selbst auch von einer reichen Bescherung zu berichten.

In meinem letzten Blog-Beitrag1 hatte ich ja davon berichtet, dass meine Rechner den vielfältigen Aufgaben im Bereich der KOMA-Script-Entwicklung – allen voran Test und Support – nicht mehr gewachsen sind. Ich hatte deshalb nach brach liegenden Windows-Lizenzen gefragt aber auch darum gebeten, die Hardware-Kisten nach noch brauchbaren Teilen zu durchforsten. Vielleicht liegt es daran, dass die Menschen im Advent besonders milde gestimmt sind. Ich selbst vermute allerdings, dass es mit Advent sehr wenig zu tun hatte, dass diese Nachfrage zu frühen Weihnachtsgeschenken führte, wie ich es mir nicht hätte träumen lassen.

Ein bisschen Geschichte

In Zeiten, in denen Bundespräsidenten in drei Wahlgängen gewählt werden, fragt sich so mancher, wie das eigentlich früher war, ob das besser war, ob das schlechter war. Also will ich heute ein ganz klein wenig erzählen, wie das mit dem Support für KOMA-Script früher war …

Angefangen habe ich mich KOMA-Script ja bekanntlich zu einer Zeit, als LaTeX 2ɛ erst als Beta verfügbar war und man »Internet« noch als “dazwischen nett« verstanden hat, wenn man nicht gerade interessierter Student einer Technischen Universität war. Damals dauerte es vom Absenden einer Anfrage per E-Mail, bis zum Empfang der E-Mail noch bis zu 24 Stunden. Die Antwort dauerte dann noch einmal genauso lange, wobei ein LaTeX-Lauf statt einige Sekunden auch schon einmal mehrere Minuten dauerte. Also alles eher beschaulich. Was heute eher kurios anmutet, dürfte die Tatsache sein, dass ich zwischen 1994 und 1996 tatsächlich noch einige Anfragen per gelber Post bekommen habe. Da haben Leute sich tatsächlich die Mühe gemacht, mir einen Brief zu schreiben. Wenn es um Feature-Wünsche oder Bugs ging und kein Rückumschlag beigelegt war, bestand meine Antwort teilweise einfach darin, dass ich das Problem beseitigt, und eine neue Version veröffentlich habe. Das ging in der ersten Zeit übrigens per Diskette an Luzia, die im Gegensatz zu mir damals noch nicht in festen Händen war. Teilweise gingen Disketten auch direkt an Leute, die mir welche mit Rückumschlag geschickt hatten.

Verwirrung?

Letzte Woche hat es ein Anwender geschafft, mich auf sehr angenehme Weise zu verwirren. Damit hat er mir nebenbei auch noch das Thema für heute geliefert.

Angefangen hat die Geschichte damit, dass ich im Garten gearbeitet habe und meine Nachbarin vorbei kam. Sie habe mir ein Paket vor die Tür gestellt, das bei ihr abgegeben wurde. Artig bedankte ich mich, wobei ich mich bereits im Stillen wunderte, was das wohl sein könnte. Eigentlich erwartete ich kein Paket. Als ich dann meinen Krempel zusammenpackte und mich zur Haustür begab, wuchs die Verwunderung noch. Da stand ein größerer Karton, in dem es leicht klapperte. Absender war ein Weingut. Hm, vor ein paar Wochen hatte ich unvorsichtiger Weise am Telefon zwei Fragen zum Thema Wein beantwortet. Verkaufen wollte man mir damals nichts, aber man weiß ja nie. Also erst einmal dem Mittagessen und den Kindern widmen und die Kiste stehen lassen.

Warum eigentlich?

Immer wieder bekomme ich Fragen nach dem Warum? Mal will jemand wissen, warum bei KOMA-Script eine Voreinstellung so und nicht anders ist, mal will einer wissen, warum etwas nicht funktioniert, dann wieder werde ich gefragt, warum ich eigentlich neben der Entwicklung auch noch Support in verschiedenen Foren, im Usenet, auf Mailinglisten und per E-Mail mache. Manchmal frage ich mich, warum die Leute das wissen wollen.

Eigentlich habe ich alle diese Fragen schon mehr als einmal beantwortet. Aber vielleicht ist es an der Zeit, das einmal zusammenzufassen:

Hassen [sS]ie mich?

Eigentlich arbeite ich seit einer Woche an einem alten und an einem neuen Paket. Beide Pakete werde ich selbst nur höchst selten oder sogar nie selbst verwenden. Umso mehr hat mich am Samstag die Erkenntnis getroffen, dass es offenbar Menschen gibt, die mich aus tiefstem Herzen hassen. Alles nur Einbildung?

Alexander hat meine Aufforderung bezüglich scrjura ernst genommen. Nein, nein, er gehört offensichtlich nicht zu den Menschen, die mich hassen. Erste Anforderungen sind formuliert und wurden von mir – teilweise nicht ganz wie gewünscht, aber wir nähern uns ja auch erst Version 0.5 – bereits implementiert. Damit rückt eine neue Release von KOMA-Script näher. Seine schnelle Reaktion hat mich sehr gefreut und war höchst willkommen.

Nach einem Restaurantbesuch

Gestern Abend war nun also das erste Treffen von Leuten, die an der dritten Auflage des KOMA-Script-Buches mitgewirkt haben. Die beiden älteren Herren waren gesundheitlich leider etwas angeschlagen und die Jugend hatte noch einen weiteren Weg nach Hause in Aussicht, was uns aber nicht davon abgehalten hat, guter Laune zu sein.

Die Jugend musste uns nochmal darauf aufmerksam machen, dass zu KOMA-Script einige Irrtümer weit verbreitet sind. Der größte Irrtum dabei sei, dass KOMA-Script furchtbar kompliziert sei. Tatsächlich erleichtere KOMA-Script die Arbeit. Eigentlich ist das in anderen Worten der Punkt, den ich schon seit Jahren zu betonen versuche: KOMA-Script funktioniert einfach, indem man in \documentclass eine Standardklasse durch die entsprechende KOMA-Script-Klasse ersetzt. Danach sieht manches etwas anders aus. Das war es aber erst einmal.

Von einem, der auszog ein Buch zu schreiben

Heute ist bei mir das neue KOMA-Script-Buch eingetroffen. Nachdem ich viele Wochen daran geschrieben habe und ein gutes Dutzend Testleser wochenlang mit mir zusammengearbeitet hat, um es zu verbessern und korrigieren, ist es nun zwar auch schon ein paar Wochen her, dass ich die Druckvorlage abgeliefert und den Proof-Plot kontrolliert habe. Emotional ist ein richtiger Schlusspunkt aber erst jetzt erreicht, da ich das Buch selbst in Händen halte. Ich kann sagen: Die Arbeit hat sich gelohnt. Ich bin begeistert. Die Druckerei hat wieder einmal ausgezeichnete Arbeit geleistet. Der Druck ist so sauber, dass man selbst die extrem verkleinerten Briefbeispiele entziffern kann, bei denen eigentlich nicht der Text, sondern nur der optische Eindruck wichtig ist.

Aus dem Leben eines Entwicklers

Ich entwickle nun schon seit 30 Jahren in meiner Freizeit Software. Es gab Höhen und Tiefen, viel Freude und viel Frust. Ein wenig davon möchte ich heute berichten.

Von Anfang an war ich bei meinen Freizeitenwicklungen ein Anhänger der Idee, diese Software auch anderen zur Verfügung zu stellen. Als Schüler kam meine Motivation dazu daher, dass ich selbst zu denen gehörte, die sich zwar einen Computer leisten konnten, deren Geld aber nicht auch noch für teure Software reichte. Also war ich sehr froh und dankbar, wenn andere ihre Arbeit kostenlos zur Verfügung stellten und machte es konsequenter Weise genauso. Da ich dann in gewissen Kreisen irgendwann als einer von denen galt, die man fragen kann, wenn man selbst verstehen will, wie man etwas macht, wurde ich irgendwann auch ein Anhänger von OpenSource. Es ist einfacher zu sagen: Schau Dir an, wie ich das gemacht habe, als es mehrfach lang und breit zu erklären.