Warum gibt es eigentlich seit einem Jahr kein neues KOMA-Script?

Das ist eine gute Frage und es gibt darauf nur eine recht schlechte Antwort: Weil ich selbst keinen Bedarf dafür habe.

Tatsache ist, dass ich zwar seit Jahrzehnten vom Bauplan bis zum Roman alles mit LaTeX erstelle und dabei fast immer KOMA-Script zum Einsatz kommt. Seit Jahren kann KOMA-Script allerdings alles, was ich benötige. Außerdem nimmt die Anzahl der Dokumente, die ich erstelle, stetig ab, bzw. erstelle ich die immer gleiche Art von Dokumenten lediglich mit anderem Inhalt. Das führt dazu, dass ich selbst neue Features in KOMA-Script nicht mehr hinreichend gut im täglichen Gebrauch testen kann. Selbst, wenn ich für alle meine Dokumente die aktuelle Beta-Version von KOMA-Script verwende, werde ich daher neue Fehler kaum finden.

BerliOS macht dicht!

Zu befürchten war es bereits nach einem Rundschreiben, in dem gefragt wurde, wie man BerliOS nutzt und was man selbst bereits wäre, für den Service zu leisten. Jetzt ist es amtlich: BerliOS schließt zum 31. Dezember die Pforten.

Für KOMA-Script hat das durchaus erhebliche Konsequenzen. Nicht allein, dass das Repository von KOMA-Script seit vielen Jahren bei BerliOS angesiedelt ist und es natürlich Arbeit macht, das zu einem anderen Hoster zu übertragen. Diverse Scripte von der ChangeLog-Erstellung bis zur halbautomatischen Release-Erzeugung basieren ganz wesentlich auf der Arbeitsweise mit BerliOS. Das alles um zu stellen wird eine Menge Arbeit werden.

Es gibt sie noch

Es gibt sie noch, die Anwender, die ihr Interesse an einer Weiterentwicklung und Verbesserung von KOMA-Script durch eigenen Einsatz unterstreichen. Diese Anwender sind es, für die ich KOMA-Script weiter entwickle. Genauso gibt es auch noch die Anwender, die keine Vorstellung davon haben, wie viele Arbeit in KOMA-Script steckt – und zwar gestern, heute und morgen.

Ich will jetzt nicht wieder über die Parasiten des Internet lamentieren. Stattdessen will ich auf diejenigen abheben, die durch ihren persönlichen Einsatz, die Weiterentwicklung von KOMA-Script fördern. Beispielhaft sei hier scrlttr2 erwähnt.

Hassen [sS]ie mich?

Eigentlich arbeite ich seit einer Woche an einem alten und an einem neuen Paket. Beide Pakete werde ich selbst nur höchst selten oder sogar nie selbst verwenden. Umso mehr hat mich am Samstag die Erkenntnis getroffen, dass es offenbar Menschen gibt, die mich aus tiefstem Herzen hassen. Alles nur Einbildung?

Alexander hat meine Aufforderung bezüglich scrjura ernst genommen. Nein, nein, er gehört offensichtlich nicht zu den Menschen, die mich hassen. Erste Anforderungen sind formuliert und wurden von mir – teilweise nicht ganz wie gewünscht, aber wir nähern uns ja auch erst Version 0.5 – bereits implementiert. Damit rückt eine neue Release von KOMA-Script näher. Seine schnelle Reaktion hat mich sehr gefreut und war höchst willkommen.

Nach einem Restaurantbesuch

Gestern Abend war nun also das erste Treffen von Leuten, die an der dritten Auflage des KOMA-Script-Buches mitgewirkt haben. Die beiden älteren Herren waren gesundheitlich leider etwas angeschlagen und die Jugend hatte noch einen weiteren Weg nach Hause in Aussicht, was uns aber nicht davon abgehalten hat, guter Laune zu sein.

Die Jugend musste uns nochmal darauf aufmerksam machen, dass zu KOMA-Script einige Irrtümer weit verbreitet sind. Der größte Irrtum dabei sei, dass KOMA-Script furchtbar kompliziert sei. Tatsächlich erleichtere KOMA-Script die Arbeit. Eigentlich ist das in anderen Worten der Punkt, den ich schon seit Jahren zu betonen versuche: KOMA-Script funktioniert einfach, indem man in \documentclass eine Standardklasse durch die entsprechende KOMA-Script-Klasse ersetzt. Danach sieht manches etwas anders aus. Das war es aber erst einmal.